Der attraktive Teaser: So gewinnen Sie neue Leser

Was ist ein Teaser?

Der Begriff „Teaser“ kommt aus dem Englischen und bedeutet in etwa „das Neckende“ oder „das Verlockende“ ;-). Der Teaser hat eine wichtige Funktion: Er vermittelt den ersten Eindruck Ihres Textes und verlockt den Leser dazu, mehr erfahren zu wollen – also weiterzulesen bzw. dann auf Ihrer Webseite zu landen.

Warum gehören Teaser und erfolgreiche Texte zusammen?

Die Informationsflut im Internet veranlasst den Nutzer, schnell zu entscheiden, was für ihn interessant und relevant ist. Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist u. a. auch der Teaser, der in Suchmaschinenergebnissen neben der Überschrift erscheint. Ein attraktiver Teaser steigert also die Reichweite Ihres Textes.

 

Welche Informationen sind Bestandteil eines Teasers?

Gehen Sie strukturiert vor, um einen aussagekräftigen Teaser zu formulieren. Orientieren Sie sich zunächst an dem Text, für den Sie einen Teaser erstellen. Entscheiden Sie, welche Kerninformationen Sie vermitteln wollen. Zwischenüberschriften Ihres Textes bieten idealerweise konkrete Hinweise auf den folgenden Text.

Stellen Sie die berühmten W-Fragen, um alle relevanten Informationen zu erfassen:

  • Wer handelt?
  • Wo ist es passiert?
  • Was geschieht?
  • Warum?
  • Wann?
  • Wozu?

Definieren Sie die drei relevantesten W-Fragen für Ihren Text und beantworten Sie diese in Ihrem Teaser.

 

Wie wird mein Teaser fit fürs Netz?

Der beste Teaser bleibt wirkungslos, wenn er in Suchmaschinen oder auf Webseiten nicht einwandfrei dargestellt wird. Darum beachten Sie die Vorgaben von Google und Co. Ein Teaser für Google ist idealerweise nicht länger als 155 Zeichen.

Lassen Sie sich finden! Nach welchen Begriffen sucht Ihr Zielpublikum? Wenn Sie in Ihrem Teaser Keywords verwenden, die für Ihre potenziellen Kunden interessant sind, werden sie Sie im World Wide Web finden. Außerdem sorgen die richtigen Wörter für eine gute Platzierung in den Suchmaschinenergebnissen.

 

Wie schreibe ich zielgerichtet?

Bevor Sie mit dem Schreiben beginnen, stellen Sie sich zwei Fragen:

  1. Wo ist mein Text platziert?

Der Kontext bestimmt die Tonalität Ihres Beitrags. Ein Teaser in einem Online-Magazin für Neurobiologie unterscheidet sich von einem Anrisstext für einen Modeblog.

  1. Welches Publikum will ich erreichen?

Kennen Sie die Wünsche, Bedürfnisse und Kenntnisse Ihres Zielpublikums? Legen Sie einen sprachlichen Stil fest, der optimal auf Ihre Leserschaft zugeschnitten ist. Will sich Ihr Publikum informieren oder unterhalten werden? Legen Sie so den Tonalität Ihres Teasers fest: spannend, ernst, pointiert, witzig, seriös, jugendsprachlich …

Vermeiden Sie Fremdwörter, wenn Ihr Teaser nicht für ein Fachpublikum bestimmt ist. Auch Anglizismen wie z. B. „Meeting“ sind nicht für alle Zielgruppen geeignet. Verwenden Sie diese nur, wenn es keine deutsche Entsprechung gibt.

 

Wie erziele ich mit wenigen Sätzen große Wirkung?

Sie haben nicht viel Zeit, um Interesse zu wecken. In der Regel entscheidet sich der Leser nach 10 bis 20 Sekunden Zeit, ob er weiterliest oder nicht. Das entspricht in etwa zwei bis drei Sätzen.

Formulieren Sie Ihre Sätze kurz und prägnant. Vermeiden Sie ausschweifende Nebensätze – kurze Hauptsätze lassen sich leichter lesen. Überprüfen Sie, ob die Informationen in Nebensätzen tatsächlich relevant sind. Wenn nicht: weg damit!

Schreiben Sie „aktiv“. Passivkonstruktionen verkomplizieren Ihren Satz unnötig. So liest sich zum Beispiel „Die U.S.A. hören mit“ spannender als „Die Bundesregierung wird abgehört“.

Verwenden Sie den Verbalstil, statt Substantive aneinanderzureihen. Wer Substantive verwendet, neigt dazu, Sätze unübersichtlich zu gestalten. Verben machen einen Text lebendig.

Außerdem gilt: Schreiben Sie – wenn möglich – in der Gegenwart. Präsens wirkt direkter als die Vergangenheitsformen. Die Zeile „Er ist ganz oben, doch jetzt holt ihn die Vergangenheit ein“ aktiviert die Vorstellungskraft des Lesers.

Nutzen Sie die gesamte Bandbreite der Satzzeichen. Gedankenstriche und Doppelpunkte verleihen Ihrem Text eine klare Struktur und ermöglichen präzise und kurze Sätze. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung begann einen Teaser mit dem Satz: „Donald Trumps Tweets sorgen für Furore – und für wenig Begeisterung bei seinen Beratern.“ Der Gedankenstrich unterteilt einen eher langen Satz in sinnvolle Einheiten. Strichpunkte und Auslassungspunkte sind weitere Satzzeichen, die Ihren Schreibstil auflockern.

 

Wie finde ich den richtigen Einstieg …

Mit einem attraktiven ersten Satz gewinnen Sie Leser. Wiederholen Sie niemals die Überschrift – Sie wollen Ihrem Publikum schließlich etwas Neues bieten. Bei Nachrichtentexten können Sie mit einem aktuellen Zitat einsteigen. Wichtig: Das Zitat muss aussagekräftig sein. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte zum Einstieg Angela Merkel zum Klimaschutz: „Nichts kann und wird uns dabei aufhalten, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag in Berlin.“

Außerdem interessieren sich Menschen besonders für … genau, andere Menschen. Wenn ein Thema mit einem Gesicht oder einem Namen in Verbindung gebracht wird, liest es sich spannender. Wenn der Leser ein Gesicht oder einen Namen mit einem abstrakten Thema in Verbindung bringt, ist sein Interesse geweckt.

Oder Sie starten Ihren Teaser mit einer Aufzählung pointierter Beispiele: „Was haben Vollmilch, Apfelessig, rohe Eier und Tomaten gemeinsam? Sie sind wahre Schönheitswunder und in jedem Haushalt zu finden.“ Der Leser fragt sich, in welchem Zusammenhang die Begriffe miteinander stehen. Ein solcher Einstieg ist spannend und direkt, ohne zu viel zu verraten.

 

… und einen wirkungsvollen Abschluss?

Mit einem ausdrucksstarken Abschluss des Teasers gelingt der Übergang zu Ihrem Text. Ein sogenannter „Cliffhanger“ ist ein beliebtes Stilmittel für ein „rundes“ Ende des Teasers. Ein neuer Aspekt im letzten Satz baut Spannung auf.

In einem Teaser schrieb die Zeit: „Möglicherweise verriet ein geheimer Druckercode die Whistleblowerin Reality Winner. Sie soll eine NSA-Studie geleakt haben. Aber auch die Journalisten machten Fehler.“ Dieser Teaser lockt mit neuen Informationen, ohne etwas zu verraten. Wer mehr wissen will, muss weiterlesen …

Wichtig: Lösen Sie die erzeugte Spannung möglichst schnell wieder auf – am besten bereits im ersten Abschnitt Ihres Textes.

Viel Erfolg!

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